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DAS SCHÖNE BEUTELSBACH

Jeder Naturliebhaber wird sich zweifellos in Beutelsbach wohlfühlen. Sanfte Hügel, Wälder, Wiesen und Felder umgeben das kleine schmucke Örtchen im schönen Niederbayern. Bekanntlich sind die Niederbayern freundlich und herzlich zu ihren Gästen. So auch in Beutelsbach. Genießen Sie Ruhe, Gemütlichkeit und die Möglichkeit, die Seele baumeln zu lassen und statten Sie Beutelsbach einen Besuch ab.

DIE DORFKIRCHE

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Die ältesten Bauteile der hiesigen Pfarrkirche, die erhalten blieben, sind der spätgotische Chor und die alte Sakristei an der Südseite der Kirche. Die Bauzeit der spätgotischen Kirche dürfen wir wohl in das ausgehende 15. Jahrhundert, also in der Zeit nach der Übernahme der Pfarrei durch das Kloster Fürstenzell, ansetzen.

In der spätgotischen Form blieb der Kirchenbau erhalten bis zum Jahre 1914. Die Raumnot zwang den damaligen Pfarrer Joseph Fürst, an einen Neubau der Kirche zu denken. Schon aus dem Jahre 1910 existieren noch Bauentwürfe des Architekten Schott. Zunächst plante man, das Presbyterium niederzulegen und die Kirche durch den Einschub eines Querhauses nach Osten zu erweitern. Ein weiterer Bauentwurf von Schott sah einen Neubau der Kirche in neubarockem Stil vor. Schließlich kam dann ein Plan des jungen Architekten Michael Kurz, der damals mit dem Bau der Schweiklberger Abteikirche betraut war, zu Ausführung. Chor und Turm sollten ?wegen ihrer altertümlichen Form" unberührt bleiben, das Kirchenschiff aber niedergerissen und nach beiden Seiten erweitert werden. Da die alte Kirche in den Hang gebaut war, musste man für den Neubau das Terrain abgraben und einebnen. Dabei lockerten sich die Fundamente des Turmes, und es zeigten sich Risse. Es fehlt nicht an Verdächtigungen, dass man den Turm absichtlich zum Einsturz bringen wollte.

Am 5. April des gleichen Jahres aber war es dann soweit: Es wurde auch mit der Abtragung des Kirchenturmes begonnen. Nun konnte man das Kirchenschiff auch nach Norden erweitern. Ende Juni 1914 begann man bereits mit der Eindächerung des neuen Kirchenschiffes. Die Bauführung lag in Händen des Baumeisters Helber aus Vilshofen. Ende Juli war auch der Neue Turm wieder in der Höhe. Man hatte ihn in der gleichen Form wie den früheren errichtet.

Bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges stand die Kirche im Rohbau da. Da das Presbyterium mit dem Hochaltar unverändert stehen geblieben war, wurde der Innenraum doch noch so weit fertiggestellt, dass wieder Gottesdienste stattfinden konnten. Die Kriegsjahre 1914/18 ließen an die Fertigstellung der Kirche nicht mehr denken. Erst 1927 erhielt die Kirche den Außenverputz. Im Jahre 1929 vollendete man den Innenraum durch Malereien.

In den Jahren 2016/2017 wurde die Kirche aufwändig saniert.

DIE DREI DENKMÄLER DER BAUERNSCHLACHT

Denkmal Handlberg mit Blick auf Aidenbach

Unweit vom Aidenbacher Ortszentrum erhebt sich der Handlberg auf 390m ü. M.. Dieser Platz schien den Erbauern vom Patriotischen Verein 1866 genau richtig für das Denkmal an die Aidenbacher Bauernschlacht, das man schon von Weitem sehen kann. Das sieben Meter hohe Kruzifix mit Steinsockel wird von gewaltigen Laubbäumen flankiert. Jedes Jahr am 8. Januar schlängelt sich ein Gedächtnis-Fackelmarsch zum Handlberg, der Gänsehautstimmung garantiert. Übers Jahr ist das Denkmal Handlberg ein beliebter Platz zum Verweilen, Gedenken, Seele baumeln zu lassen und um den Blick ins Tal nach Aidenbach schweifen zu lassen.

Denkmal Kleeberg Beutelsbach

Hoch über Beutelsbach steht das eiserne Kreuz mit Christusfigur seit 1933 auf einem Steinsockel. Mehrere Fußwege führen zu dem idyllischen Plätzchen am Waldesrand von Beutelsbach und vom Örtchen Kleeberg aus. Nach dem kurzen steilen Aufstieg wird der Besucher mit einem herrlichen Blick gen Beutelsbach und Aidenbach belohnt. Bei der heutigen friedlichen Stimmung kann man die Tragödie, die sich hier 1706 abspielte, kaum noch erahnen.

Denkmal Reschndobl Egglham

Das außergewöhnliche Denkmal zur Bauernschlacht am Reschdobl (Gemeinde Egglham) birgt viele Geheimnisse. Laut dem Egglhamer Archivar Werner Meier ist bis heute unklar, warum es statt der ursprünglich geplanten ähnlichen Optik zu den anderen beiden Denkmälern in Aidenbach und Beutelsbach, einen Pavillion mit einer Bauernkämpferfigur erhalten hat. Das Denkmal wurde 1951 errichtet, bei der Einweihung war Kronprinz  Rupprecht  mit  seiner  Schwester,  der  Gräfin  von  Preysing, zugegen. In einem Schacht im Inneren des Denkmals liegen Knochenfunde eingebettet, die in der Nähe gefunden wurden und den Kämpfern von 1706 zugeschrieben werden. Ein weiteres Mysterium ist, warum bei der Darstellung des "unterländischen" Bauernkämpfers ein sog. "Stopselhut", wie im Oberland üblich, vom unbekannten Künstler eingebaut wurde. Auch vom Denkmal Reschdobl hat man einen schönen Blick über die sanften Hügel des Umlandes.

DIE KELTENSCHANZE IM REITHOLZ

In der näheren Umgebung von Beutelsbach finden sich einige nicht unbedeutende Bodendenkmäler, die die Kelten aus den letzten Jahrhunderten vor Christi Geburt hinterlassen haben. Westlich des Dorfes, auf dem Kleeberg, und östlich des Ortes, auf dem Höhenrücken zwischen Beutelsbach und Ledering, im Reitholz, ziehen sich Gräberfelder hin. Erst seit neuerer Zeit ist nordwestlich des Gräberfeldes im Reitholz eine sogenannte keltische Viereckschanze bekannt.

Quelle: PUTILESPAH Festschrift zur 1200-Jahr-Feier von Beutelsbach/Niederbayern im Jahre 1973

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Die Viereckschanze liegt einige hundert Meter nordwestlich des Grabhügelfeldes im Reitholz. Dort, wo der steile Bergrücken in einer Talmulde nach Unterbeutelsbach hin sich öffnet. Das Erdwerk hat sich im Schutze des Waldes gut erhalten. Die Seitenlängen der Anlage, die nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet sind, betragen im Süden 75 m, im Westen und Norden je 73 m und im Osten 60 m. Die vier Ecken zeigen eine starke Überhöhung des Erdwalles.

Worum handelt es sich bei diesem Erdwerk? Noch um die Mitte des 19. Jahrhunderts hielt man es für eine Befestigungsanlage römischer Soldaten aus den ersten nachchristlichen Jahrhunderten. Erst zu Beginn der 1960er Jahre kamen die Altertumsforscher hinter die Aufgabe und Bedeutung solchgearteter Bodendenkmäler durch Grabungen an einer Viereckschanze in Holzhausen, Landkreis Wolfratshausen. Es zeigte sich, dass Erdwerke wie im Reitholz nicht ehemalige Siedlungen oder Befestigungsanlagen der Kelten darstellen, sondern "zentrale Plätze des kultischen Lebens" aus den letzten vorchristlichen Jahrhunderten, die auch eine gewisse Stellung im politischen Leben der Kelten hatten. Demnach hätte also unsere Heimat um Beutelsbach eine doch recht bedeutsame religiöse und auch politische Rolle innegehabt. Im Jahr 1966 wurde die Schanze vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege inventarisiert.

Es liegt auf der Hand, dass sich in der Nähe solch kultischer Bauten auch keltische Wohnsiedlungen befunden haben. Könnte nicht unser Beutelsbach im Talgrund des Baches, am Ende des schützenden Talkessels, zwischen den Grabhügelfeldern gelegen, eine solche Wohnsiedlung gewesen sein? Freilich, Bodenfunde gaben bisher zu dieser Annahme keinen Aufschluss.

Quelle: PUTILESPAH Festschrift zur 1200-Jahr-Feier von Beutelsbach/Niederbayern im Jahre 1973